Bikeguide Volker Schröder im Interview

Volker Schröder

Bikeguide Volker Schröder

Mein Portal zum Thema Trinkrucksäcke ist noch recht jung. Umso mehr freut es mich, dass ich einen so erfahrenen Bikeguide wie Volker Schröder für ein Interview gewinnen konnte.

Wer schon einmal mit dem Mountainbike im Sauerland unterwegs war, der hat bestimmt schon eine seiner Touren genossen. Der Pensionswirt und Bikeguide war von Anfang an als Vorstandsmitglied der Bike Arena Sauerland beteiligt, das Wegenetz im Land der 1000 Berge auszuarbeiten. Er kennt die schönsten Ecken und Trails und führt seine Gäste immer wieder gerne dort hin.
Volker Schröder ist es auch zu verdanken, dass das Bike Festival der Zeitschrift „BIKE“ jährlich in Willingen stattfindet. Er war es, der die Gemeinde erfolgreich als Austragungsort bewarb und kümmert sich im Rahmen des Festivals unter anderem um die Streckenplanung des Marathons, bei dem inzwischen über 2000 Biker starten.

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[TR24]: Hi Volker! Erst mal vielen Dank, dass Du Dich für dieses Interview zur Verfügung stellst. Ich habe bereits ein paar einleitende Worte über Dich geschrieben, aber stell Dich doch kurz noch mal selbst vor.

[VS]: Pensionswirt und Koch der Mountainbiken lebt! Am liebsten unterwegs mit dem Mountainbike auf den zahllosen Singletrails in der Region, aber auch mit dem Rennrad auf den unzähligen kleinen Straßen Rund um Willingen und im Sauerland.

[TR24]: Auf Trinkrucksack24 dreht sich alles um Trinkrucksäcke. Wie sind Deine Erfahrungen damit?

[VS]: Für mich ist Rucksack und Trinkblase eine Einheit. Durch meine Tätigkeit als Guide brauche ich einen Rucksack der gerade mal so groß ist, dass ich genügend Platz für ein gut sortiertes Erste Hilfe Set habe, Werkzeug und ein paar Ersatzteile, damit man nicht sofort die Tour abbrechen muss. Der Rucksack sollte übersichtliche Fächer haben, damit man nicht wie in einer Frauenhandtasche stundenlang suchen muss. Bei wechselnder Wetterlage sollte noch eine Regenjacke Platz finden. Proviant, Handy und Kamera sollten in Seitenfächern verstaut werden können, damit man nicht immer erst den Rucksack vom Rücken nehmen muss.
Die Trinkblase sollte in einem extra Fach untergebracht sein. Kleiner Nebeneffekt, so schützt sie die Wirbelsäule bei einem Sturz auf den Rücken. Ich bin ein Typ der auf dem Bike sehr viel Flüssigkeit braucht. Mit einer Trinkblase habe ich nicht nur genügend Flüssigkeit mit, ich kann auch jederzeit gefahrlos einen Zug aus dem sauberen Mundstück nehmen ohne mir eine Flasche vom Rahmen zu greifen.

Nun kommt aber noch ein wichtiger Punkt – der Tragekomfort.

Im Laufe meiner sportlichen Laufbahn haben sich die Trinkblasensysteme auf die bestimmten Sportarten spezialisiert. So braucht man nicht zu glauben man könnte eine Wanderrucksack auch zum Radfahren oder umgekehrt benutzen. Dies wäre ein fataler Fehler und Rückenschmerzen sind vorprogrammiert.

[TR24]: Wenn Du mit Deinen Gruppen auf Tour gehst, werden sicherlich nicht alle Biker einen Trinkrucksack dabei haben. Wie macht sich das bemerkbar?

[VS]: Ich muss sagen 80% besitzen schon einen Trinkrucksack. Bei den Anderen läuft es dann so: Frage: „Wie weit ist es denn noch?“ Antwort: „So bis 16:00 oder 17:00 Uhr können wir fahren, wie Ihr wollt“ Antwort: „Dann brauche ich aber noch was zu trinken, meine Flasche ist leer“. Antwort: „Das hättest Du etwas früher sagen sollen, jetzt kommen wir erst mal nicht an Wasser dran.“ Ich lasse ihn noch ein bisschen biken und wenn ich merke die Zunge schleift auf der Kette, gebe ich ihm dann meistens noch was aus meiner Tinkblase.
Interessant ist auch wenn wir an einer Quelle oder Friedhof vorbei kommen. Es folgt als erstes ein nachdenkliches Gesicht, dann die Frage „kann man das trinken?“. Aus Quellen, die bei uns aus dem Boden kommen kann man unbedenklich trinken und Friedhofswasser ist auch Leitungswasser. Obwohl es im Sauerland die größten Brauereien gibt, gibt es nicht in jedem Ort eine Kneipe und schon gar keine Tanke oder Supermarkt. Ein Friedhof mit Wasser zum Blumen gießen gibt es aber überall.

[TR24]: Das erinnert mich an die Zeit, als ich auch noch ohne fuhr. Wie lange fährst Du schon mit Trinkrucksack und wie bist Du dazu gekommen?

[VS]: So was fragt man einen alten Mann nicht. Spaß bei Seite, in den jungen Jahren des MTB Sports war man immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um sich von den Rennradsportlern zu unterscheiden. So kam es, dass man in den Zeitschriften von der Trinkblase gelesen hat. Kurz überlegt und da ich damals schon immer Durst hatte und wenig Zeit nach Wasser zu suchen, wurde das erste System, damals noch ohne Rucksack, angeschafft. Eine Trinkblase mit Rucksack folgte dann schnell hinterher, da ich meine Satteltasche mit Tool im groben Gelände zweimal verloren habe, was auf der Dauer teuer wurde. Heute habe ich noch nicht mal einen Flaschenhalter am Bike. Ich bezahle doch nicht tausende von Euro für ein Lightbike um es mir dann wieder um 2 kg Flüssigkeit zu beschweren.

[TR24]: Mit welchem Trinkrucksack fährst Du zur Zeit und was ist Dein „Lieblingsrezept“ für die Trinkblase?

Deuter Superbike[VS]: Angefangen habe ich mit dem klassischen Camelbak. Die Trinkblase mit dem entsprechenden Mundstück ist meiner Meinung nach unschlagbar. Beim Rucksack habe ich gewechselt. Hier bike ich mit dem Deuter Superbike*. Er hat viele Fächer und ist damit sehr übersichtlich. Ich habe dort sehr viel Ordnung drin. Der Tragekomfort ist auch klasse, man merkt ihn kaum auf dem Rücken. Den Rucksack von Ergon* habe ich auch. Wenn ich im Wald die Schilder kontrolliere, ist er voll mit Schildern, Schrauben und Akkuschrauber. Dieses Gewicht wird gut auf die Hüften verteilt und ich kann ungestört, trotz des Gewichtes, biken. Er hat nur keine kleinen Fächer und ist daher sehr unübersichtlich.

In meine Trinkblase kommt Xenofit rein. Aus der Flaschen nehme ich dann alkoholfreies Weizenbier.

[TR24]: Noch eine letzte Frage zur aktuellen Situation in Hessen. Bei euch gehen die Biker zur Zeit gegen das sogenannte Bikeverbot auf die Barrikaden. Was meinst Du, wie ernst ist die Lage und glaubst Du, dass Du auch nächste Saison noch mit Deinen Gästen auf Trailtour gehen kannst?

[VS]: In Willingen ist alles anders. Die Region war schon immer positiv den Bikern gegenüber eingestellt und es wird keine Probleme, was das Biken im Wald angeht, geben. Wir haben auch letzte Woche ein abschließendes Gespräch mit allen Betroffenen geführt. Unsere ausgeschilderten Strecken werden überarbeiten. Eine neue Strecke kommt hinzu und ein Kindernetz wird installiert. Ich habe zwar nicht alle Trails bekommen die ich wollte, aber wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein. Näheres demnächst vielleicht ja bei Dir im Portal.

Aber der Gesetzentwurf bringt uns Biker und Wanderer schon erhebliche Einschränkungen. Das Umweltministerium von Hessen hat schon erkannt, dass es so nicht geht. Die ersten Reaktionen, auf den massiven Druck der Bewegung zeigen ihre Wirkung. So folgen Aussagen wie „so haben wir das nicht gemeint“ usw. Wir sind auf dem richtigen Weg das Gesetz zu kippen.

[TR24]: Das hört sich gut an und ich berichte natürlich gerne, wenn Du Neuigkeiten hast. Vielen Dank für das ausführliche Interview und den Einblick in Deine jahrelange Erfahrung mit Trinkrucksäcken und Trinksystemen.

Wer Lust bekommen hat, sich von Volker die Trails im Willinger Umland zeigen zu lassen kann Zimmer und Tour unter folgenden Kontaktdaten buchen. Aber vergesst eure Trinkrucksäcke nicht 😉

Pension Schröder WillingenPension Schröder
Am Dicken Stein 11
34508 Willingen

Telefon: 05632-6444
Fax: 05632-69191
E-Mail: info@hotelpension-schroeder.de
Web: hotelpension-schroeder.de
Facebook: PensionSchroeder

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